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Start-ups in Österreich: Nur noch ein Monat bis zu den neuen EU-Compliance-Fristen

(Status 8.5.2026)


Die Zeit der Schonfrist für junge Unternehmen endet. In genau einem Monat rücken zentrale Umsetzungsfristen der EU in den Fokus, die den österreichischen Start-up-Sektor direkt betreffen. Wer Skalierung und Investor Relations ernst nimmt, muss das Thema Compliance jetzt als strategischen Baustein begreifen.

Für Start-ups in Österreich ist 2026 kein gewöhnliches Geschäftsjahr. Während regulatorische Themen oft als "Konzernprobleme" abgetan werden, zeigt die Realität: Die Vernetzung durch Lieferketten, SaaS-Verträge und internationale Finanzierungsrunden macht Compliance für Start-ups zur Pflichtaufgabe.

KI-Verordnung (AI Act): Die Uhr tickt für Tech-Start-ups

Seit dem Inkrafttreten der Verordnung (EU) 2024/1689 stehen Start-ups unter Zugzwang. Wenn Ihr Geschäftsmodell auf algorithmischen Systemen basiert oder Sie KI-Tools in kritischen Bereichen (wie HR oder Kundenanalyse) einsetzen, gelten gestaffelte Pflichten. In einem Monat müssen die ersten Inventarisierungen und Klassifizierungen abgeschlossen sein, um Haftungsrisiken bei der Skalierung zu vermeiden.

Entgelttransparenz: Ein Must-have für das Recruiting

Die Richtlinie (EU) 2023/970 zur Entgelttransparenz muss bis zum 7. Juni 2026 umgesetzt sein. Für Start-ups im "War for Talents" bedeutet das:

  • Gehaltsbänder müssen objektiv definiert werden.
  • Das bisherige Gehalt darf im Bewerbungsprozess nicht mehr abgefragt werden.
  • Transparenz wird zum Teil der Arbeitgebermarke.

ESG und Investor Relations als Wachstumshebel

Investor:innen und öffentliche Förderstellen (wie FFG oder AWS) fordern zunehmend Nachhaltigkeits- und Diversitätsdaten ein. Start-ups, die diese Daten nicht proaktiv liefern können, riskieren Verzögerungen in Finanzierungsrunden. Besonders die Themen Gewaltschutz und Diversität sind mittlerweile feste Bestandteile moderner Due-Diligence-Prüfungen.

Zusammenfassung der Handlungsfelder für den nächsten Monat:

  1. AI-Audit: Welche Systeme nutzen wir und wie sind diese nach dem AI Act klassifiziert?
  2. HR-Check: Sind unsere Stellenausschreibungen und Gehaltsstrukturen bereits konform mit der Entgelttransparenz-Richtlinie?
  3. ESG-Basis: Liegen grundlegende Daten zu Diversität und Nachhaltigkeit für die nächste Shareholder-Abfrage bereit?


Fazit: Regulierung ist für Start-ups kein Hindernis, sondern eine Chance, Professionalität und Zukunftsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Asmi Strategy unterstützt Sie dabei, diese Prozesse effizient in Ihren agilen Alltag zu integrieren.

KMU-Leitfaden 2026: 
Strategische Vorbereitung auf die neuen EU-Compliance-Standards in Österreich

(Status 30.4.2026)


Die regulatorischen Anforderungen für den österreichischen Mittelstand verschärfen sich. In genau einem Monat rücken zentrale Umsetzungsfristen der EU in den Fokus, die für KMU mit bis zu 250 Mitarbeitenden den Übergang von freiwilligen Maßnahmen zu verbindlichen Prozessen markieren. Wer jetzt handelt, sichert sich Planungssicherheit und Wettbewerbsvorteile.

Für KMU in Österreich ist das Jahr 2026 ein entscheidendes Jahr der Weichenstellung. EU-Richtlinien zur Entgelttransparenz, der AI Act und verschärfte Standards im Gewaltschutz und ESG-Reporting greifen zunehmend in die operative Unternehmensführung ein. Compliance ist hierbei kein reiner Selbstzweck, sondern eine notwendige Voraussetzung für die Zusammenarbeit mit Großkunden, den Zugang zu Förderungen und die Positionierung am Fachkräftemarkt.

Entgelttransparenz: Verbindliche Strukturen bis Juni 2026

Die Richtlinie (EU) 2023/970 zur Entgelttransparenz muss bis zum 7. Juni 2026 vollständig umgesetzt sein. Für mittelständische Unternehmen bedeutet dies einen erheblichen Vorbereitungsaufwand im Personalwesen:

  • Offenlegungspflichten: Mitarbeitende erhalten das Recht, Informationen über das durchschnittliche Entgeltniveau für gleiche oder gleichwertige Arbeit abzufragen.
  • Recruiting-Standards: Gehaltsbänder müssen bereits in Stellenausschreibungen oder vor dem Bewerbungsgespräch kommuniziert werden.
  • Berichtswesen: Unternehmen müssen ihre Entgeltstrukturen objektiv und geschlechtsneutral dokumentieren.

KI-Governance im Mittelstand (AI Act)

Mit dem Inkrafttreten der KI-Verordnung gelten klare Regeln für den Einsatz algorithmischer Systeme. KMU, die KI-Tools zur Prozessoptimierung oder im HR-Bereich nutzen („Deployer“), müssen Transparenzpflichten erfüllen und sicherstellen, dass die Nutzung datenschutzkonform und rechtssicher erfolgt. Eine frühzeitige Inventarisierung der genutzten Systeme ist essenziell, um Haftungsrisiken zu vermeiden.

ESG und soziale Verantwortung in der Lieferkette

Auch wenn viele KMU unter 250 Mitarbeitenden nicht direkt der CSRD-Berichtspflicht unterliegen, wirkt die Regulierung mittelbar: Berichtspflichtige Großkunden fordern Nachhaltigkeits- und Diversitätsdaten von ihren Zulieferpartnern ein. Eine strukturierte Aufbereitung dieser Daten wird somit zum kritischen Faktor für die Aufrechterhaltung von Geschäftsbeziehungen.

Checkliste für die kommenden Wochen:

  1. Struktur-Audit: Sind unsere Entgeltkriterien objektiv definiert und dokumentiert?
  2. Prozess-Check: Entsprechen unsere internen Meldestellen den neuen Gewaltschutz- und Antidiskriminierungs-Standards?
  3. KI-Inventur: Welche KI-basierten Tools sind im Einsatz und erfüllen sie die Transparenzanforderungen?


Fazit: Die Komplexität der neuen Vorgaben erfordert eine strukturierte Herangehensweise. Asmi Strategy unterstützt den Mittelstand dabei, diese Anforderungen effizient und ohne unnötige Bürokratie in den Unternehmensalltag zu integrieren.

Kleinunternehmen in Österreich: Sind Sie rechtlich fit für 2026?

(Status 16.4.2026)


2026 wird auch für kleine Unternehmen in Österreich zum Wendepunkt in der betrieblichen Compliance. Nicht, weil Sie plötzlich Berichte wie ein Konzern schreiben müssen, sondern weil neue EU‑Vorgaben Ihre Rolle als Arbeitgeber:in konkret schärfen, von der Entgelttransparenz über Gewalt- und Belästigungsschutz bis hin zum Einsatz von KI im Alltag.

Viele dieser Regelungen richten sich explizit an Arbeitgeber:innen und treffen KMU mit bis zu 50 Mitarbeitenden direkt: durch Anforderungen an Gehaltsstrukturen und Stellenausschreibungen, interne Richtlinien, Beschwerdewege und den Umgang mit algorithmischen Systemen. Wer diese Entwicklungen frühzeitig aufgreift, vermeidet Bußgelder und Konflikte und stärkt gleichzeitig seine Position als verlässliche, diversitätssensible Arbeitgebermarke.

Was heißt das für ein KMU bis zu 50 MA konkret?

  • Mit der Entgelttransparenz‑Richtlinie (EU) 2023/970 wird ab 7. Juni 2026 erwartet, dass Gehälter auf objektiven, geschlechtsneutralen Kriterien beruhen, Gehaltsbänder definiert sind und in Stellenanzeigen transparent kommuniziert werden. Fragen nach bisherigen Gehältern („Salary History“) sollen aus Recruitingprozessen verschwinden.
  • Die Richtlinie (EU) 2024/1385 zu Gewalt und häuslicher Gewalt verpflichtet Unternehmen, ein sicheres, respektvolles Arbeitsumfeld zu schaffen – inklusive klarer Regelungen zu sexueller und geschlechtsbezogener Belästigung, queer‑ und transfeindlichen Angriffen, Mobbing und digitaler Gewalt. Schriftliche Anti‑Belästigungsregeln und nachvollziehbare Beschwerdewege werden zum Standard.
  • Mit der KI‑Verordnung (EU) 2024/1689 wird der Einsatz von KI‑ und algorithmischen Systemen transparenter: KMU sollen wissen, welche KI‑Tools im Einsatz sind, wo Mitarbeitende oder Kund:innen mit KI interagieren und wie KI‑generierte Inhalte gekennzeichnet werden. Die Transparenzpflichten nach Art. 52 AI Act gelten voraussichtlich ab August 2026.
  • Auch wenn KMU mit weniger als 250 Mitarbeitenden nicht direkt unter die CSRD fallen, steigt der Druck über Lieferketten, Großkund:innen und Förderstellen: ESG‑Daten zu Mitarbeitendenstruktur, Umweltkennzahlen und Gleichstellungsmaßnahmen werden immer häufiger abgefragt.

ePU in Österreich: Sind Sie rechtlich fit für 2026?

(Status 9.4.2026)


2026 wird für Ein-Personen-Unternehmen in Österreich anspruchsvoller. Nicht, weil Sie plötzlich selbst Berichte wie ein Konzern schreiben müssen, sondern weil sich die Spielregeln Ihrer Kund:innen ändert.

Neue EU-Vorgaben zu Entgelttransparenz, Gewaltschutz, KI und Nachhaltigkeit landen immer öfter in Verträgen, Codes of Conduct, Ausschreibungen und Förderbedingungen.

Was heißt das für ein ePU konkret?

  • Große Kund:innen erwarten, dass auch Solo-Unternehmen Gleichstellungs- und Anti-Diskriminierungsstandards einhalten.
  • Öffentliche Auftraggeber:innen verknüpfen Aufträge und Förderungen mit Vorgaben zu Gewaltprävention und ESG.
  • Der EU‑AI Act stellt neue Anforderungen an den verantwortungsvollen Einsatz von KI-Tools im Geschäftsalltag.


Wir haben deshalb einen praxisnahen Überblick 2026 speziell für ePU in Österreich erstellt – inklusive Checkliste, was Sie heuer bei Verträgen, KI-Nutzung und ESG-Vorgaben im Blick haben sollten.

Wir arbeiten stets an verschiedenen Projekten – meistens, um für unsere Kunden das Beste zu erreichen. Von Zeit zu Zeit experimentieren wir jedoch auch an völlig neuen Konzepten und Ideen.

Quellen:

Entgelttransparenz – Richtlinie (EU) 2023/970 (Gleicher Lohn)

Gewalt gegen Frauen – Richtlinie (EU) 2024/1385

EU‑AI‑Act – Verordnung (EU) 2024/1689 (KI‑Regelung)